Ein Grundsatz: Beim Abbau der Bürokratie sollen jene mitreden, die davon am meisten betroffen sind. Das hat die Landesregierung erkannt und die Wirtschaftsverbände Anfang dieses Jahres eingeladen, selbst ihre Vorschläge zur Verringerung der bürokratischen Belastungen vorzubringen. Natürlich haben die Verbände diese Einladung dankend aufgenommen und umgehend reagiert, indem aus dem profunden Erfahrungsschatz unsinniger Hürden heraus ganz gezielte und konkrete Punkte herausgearbeitet und der Regierung zur Kenntnis gebracht wurden. Nur: Seitdem herrscht Funkstille.
Der Südtiroler Bauernbund wurde zwar gefragt, aber Antwort hat er keine bekommen, ob und welche, sowie bis wann die etlichen Verbesserungsvorschläge umgesetzt werden.
Ein zweiter Grundsatz: Wenn man Bürokratie in Zukunft vermeiden will, müssen bei Neuregelungen wiederum jene einbezogen werden, die davon am meisten betroffen sind. Während heute noch die Altlasten des Bürokratiedschungels des vergangenen Jahrhunderts auf ihre Entsorgung warten, bahnen sich ständig neue „Zettelrennereien“ für die Unternehmen an. Stichwort „Tätigkeitsbeginnsmeldung“ für Unternehmen: Man weiß, dass eine Neuregelung ansteht und dass hier entweder die gleichen Fehler der Vergangenheit wiederholt werden können, oder endlich ein unkomplizierter, effizienter und bürgernaher Modus gefunden werden kann. Aber: Wenn es nicht zu einem neuen Bürokratiemonstrum kommen soll, so ist es entscheidend VORAB die Verbände mit einzubeziehen. Also: Wir sind gefragt, uns selbst Gedanken zu machen, wo verbessert werden kann, und die Landesregierung ist gefordert, uns zu hören und dann auch dementsprechend zu reagieren.