Egal ob „Europa der Regionen“ oder „Europa der Nationen“: Was die vielfältigen Völker der Union eint, ist die abendländische Weltanschauung, die sich an den Werten und der Würde der Menschen orientiert. Es sind Grundwerte auf die wir alle uns einigen können und mit denen sich die europäischen Bürger identifizieren: Demokratie, Menschenrechte und soziale Marktwirtschaft. Wenn wir aber ehrlich sind, ist die Europäische Union (EU) jedenfalls ein sehr wichtiges politisches Projekt - sie hat uns Frieden, mehr Wohlstand und mehr Gewicht in der Welt verschafft - aber kein bürgernahes Modell.
Irrsinnige Bürokratie aus Brüssel ist den Bürgerinnen und Bürgern mehr präsent als die wichtigen Vorteile. Und seit der vergangenen Erweiterungsrunde mit Rumänien und Bulgarien muss uns bewusst sein, dass wir als Bürger und Lokalgremien wenig zu sagen haben. Deshalb: Wenn es bald um die Aufnahme der Türkei geht, dann müssen wir uns wehren. Wie gesagt: die EU lebt von der Wertegemeinschaft, und ein vorwiegend muslimisches Land wird sich in diese Werteordnung nur schwer vorbehaltslos eingliedern können. Einen Vorbehalt dürfen und können wir aber nicht akzeptieren: Viele Politiker sind – so wie ich – der Meinung, dass die Wurzeln Europas christlich-jüdisch sind. Weniger wichtig als die Debatte um die Herkunft dieser Werte ist jedenfalls ihr Bestand in der Zukunft: Die Menschenrechte, insbesondere jener der Frauen, der Kinder und der Minderheiten sind unverhandelbar! Wir dürfen nicht im Sinne einer falsch verstandenen Toleranz diese Werte zurücknehmen. Also ein "Nein" zum Beitritt der EU und ein unmissverständlicher Aufruf an die Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund: Wer in Europa leben will, muss gefordert sein, sich dieser Wertegemeinschaft anzupassen und nicht umgekehrt.