Die Krise hat es gezeigt: Der Mittelstand trägt das Staatswesen. Leidet der Mittelstand, so wirkt sich das mit etwas Zeitverzögerung auf den Haushalt aus. Der Grund ist die Schuldenfinanzierung des Staates: Italien refinanziert seinen Haushalt maßgeblich über Staatsanleihen, die vor allem von Kleinanlegern, sprich dem Mittelstand, gehalten werden. Die Folge: Bricht der Mittelstand weg, so brechen auch die öffentlichen Haushalte zusammen.
Neben diesem ökonomischen Zwang, den Mittelstand zu schützen, gibt es für mich vor allem auch einen moralischen: Diese Menschen und Familien sind die Leistungsträger der Gesellschaft, sie bauen gemeinsam seit Jahrzehnten am Modell Südtirol, sie haben sich jede Unterstützung in schweren Zeiten redlich verdient. Wo bliebe sonst der Anreiz für die junge Generation, sich anzustrengen, große Ziele zu verfolgen und hart zu arbeiten, wenn ihr Beitrag zum Allgemeinwesen nicht honoriert würde? Deshalb müssen unübliche Lösungswege wie etwa „Reichensteuer“, Bankensteuer und ähnliche Ideen auch angesprochen werden dürfen. Schwierige Zeiten erfordern eben "schwierige" Lösungsmodelle.